Schlafstörungen – Aus Sicht der TCM

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Schlafstörungen

Wir kennen es alle: Wir liegen wach im Bett und bekommen einfach kein Auge zu. Die Gedanken kreisen umher oder rasen sogar. Wir wälzen uns hin und her und wachen ständig auf. Wir können einfach nicht einschlafen. Tagsüber fühlen wir uns gerädert und bekommen nichts zustande. Wenn diese Nächte hin und wieder mal auftreten, spricht man noch nicht von Schlafstörungen. Die häufigsten Schlafstörungen sind Insomnien. Treten sie nur gelegentlich auf, verschwinden sie oft von allein wieder, sobald der akute Auslöser (Stress, Krankheit etc.) wegfällt.

Wenn dies jedoch mindestens dreimal pro Woche über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen auftritt, spricht man von einer Insomnie, also von einer krankhaften Schlafstörung.  

Sehr viele Menschen leiden unter Schlafproblemen. Umfragen zu Folge leidet etwa 6% der Bevölkerung (ca. 5 Millionen Menschen) unter Schlafstörungen. 

Bedingungen, die Schlafstörungen negativ beeinflussen können

Es gibt viele mögliche Ursachen die eine Ein- oder Durchschlafstörung begünstigen oder auslösen:

  • Stress – In vielen Fällen spielt Stress (bei der Arbeit oder im Privatleben) bei der Entstehung von Schlafstörungen eine zentrale Rolle. 
  • Medienkonsum vor dem Schlafengehen (Smartphone, Computerbildschirm, TV)
  • Konsum von Koffein, Alkohol oder Drogen
  • Als Begleiterscheinung – Schlafstörungen können auch als Begleitstörung körperlicher oder psychischer Erkrankungen (z.B. bei chronischen Schmerzen, Depressionen) auftreten.
  • Gestörter Tag-/Nachtrhythmus – Menschen die im Schichtdienst arbeiten, leiden viel häufiger unter Schlafstörungen

Schlafstörungen – das können Sie selbst tun

Bevor Sie sich in eine Behandlung begeben, können Sie einige Maßnahmen selbst ausprobieren.

  • Vermeiden Sie Koffein – Nach dem Mittagessen sollten Sie Getränke mit Koffein wie Kaffee, schwarzen Tee oder Cola nicht mehr trinken.
  • Alkoholhaltiger Schlummertrunk? – Trinken Sie vor dem Zubettgehen am besten gar keinen Alkohol. Auch wenn er vermeintlich beim Einschlafen hilft, Alkohol wirkt sich negativ auf den Schlafverlauf aus. Ein „Schlummertrunk“ oder „Feierabendbier“ sind keine guten Schlafmittel. Alkohol stört den physiologischen Verlauf des Schlafs.
  • Leichte Mahlzeit am Abend – Vermeiden Sie vor dem Zubettgehen zu schwer zu essen. Schwere Mahlzeiten belasten die Verdauung und stören den Schlaf.
  • Den Tag ausklingen lassen – Verzichten Sie am Abend auf körperlich oder geistig anstrengende Tätigkeiten.
  • Rituale – Was bei Kindern hilft, kann auch Ihnen helfen besser zur Ruhe zu kommen. Rituale strukturieren und geben halt. Feste, wiederkehrende Abläufe am Abend.
  • Für angenehme Schlafumgebung sorgen – Achten Sie darauf, dass ihr Schlafplatz ordentlich und aufgeräumt ist. Das Schlafzimmer sollte gut belüftet sein und mit einer einer Temperatur von 16 -20°C nicht zu warm, aber natürlich nicht zu kühl sein.
  • Kaltes Licht durch Bildschirme vermeiden – Untersuchungen über die Nutzung elektronischer Medien haben gezeigt, dass ein Fernseher im Schlafzimmer oder mehr als zwei Stunden Fernsehen oder Computernutzung pro Tag zu weniger Schlaf, Schlaf- und Aufwachproblemen sowie Müdigkeit am Tage führen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass sie die Qualität des Schlafs beeinträchtigen. Die Exposition gegenüber dem Licht elektronischer Bildschirme vor oder während des Schlafs beeinträchtigt die Produktion des schlaffördernden Melatonins; tatsächlich kann jedes Licht in der Nacht den Schlafrhythmus stören
  • Körpereigene Melatoninproduktion anregen – Das Schlafhormon Melatonin wird bei absoluter Dunkelheit produziert. Eliminieren Sie sämtliche Lichtquellen im Schlafzimmer. Falls durch das Fenster Licht von der Strasse scheint, wären spezielle Verdunkelungsrollos eine sinnvolle Investition.
  • Entspannungsübungen – Stressbedingte Schlafprobleme lassen sich oft (auch) mit Entspannungstechniken lindern. Hilfreich ist beispielsweise die „Progressive Muskelentspannung nach Jacobson“ (PMR). Manche Menschen nutzen auch spezielle Audio-CDs mit Anleitungen zu Entspannungsübungen, um sich vor dem Schlafengehen von Stress und Sorgen zu lösen. Andere können bei ihrer Lieblingsmusik am besten entspannen und dann ruhiger schlafen.
  • Das Schlafzimmer ist kein Multifunktionsraum – Das Schlafzimmer ist nur zum Schlafen oder zum Sex da. Vermeiden Sie es, im Bett zu essen oder im Schlafzimmer zu arbeiten.

Die Behandlung von Schlafstörungen nach westlicher Schulmedizin

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) empfiehlt in der Behandlung von Schlafstörungen nach erfolgter Diagnostik folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  • Kognitive Verhaltenstherapie
  • Medikamentöse Behandlung (nicht als Langzeitbehandlung)
  • Weitere Verfahren wie zum Beispiel: Akupunktur, Achtsamkeit, Bewegung, Yoga

Meine persönliche Erfahrung aus vielen Jahren der Praxis ist leider, dass viele der Betroffenen überwiegend ausschließlich medikamentös behandelt werden. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass Medikamente mit einem hohen Suchtpotenzial ( häufig Benzodiazepine w.z.B. Tavor) als Langzeitmedikation zum Einsatz kommen. 

Schlaf aus Sicht der TCM – Yin und Yang im Einklang

Eines der großen Leitprinzipien der chinesischen Medizin ist das Zusammenspiel von Yin und Yang.

  • Der Tag, Licht, Wärme, Aktivität und die aufrechte Körperhaltung sind Yang.
  • Die Nacht, Dunkelheit, Kühle, Ruhe und die liegende Position sind Yin. 

Wenn wir mit dem täglichen Wechsel von Yin und Yang in Harmonie sind, verbreiten wir tagsüber Energie in der Welt, und wenn es Nacht wird, werden wir selbst zu Yin – wir legen uns hin, decken uns zu und wenden uns nach innen.
Wenn wir in diesen tiefen Yin-Zustand eintreten, werden unser Körper und unser Geist genährt und erholt.

Doch wir leben in einer Gesellschaft, in der das Yang dominiert. Eine Kultur, in der wir permanent angehalten sind aktiv zu sein und zu leisten. Eine Gesellschaft die dem Yang mehr Aufmerksamkeit schenkt als dem Yin. Wir haben es verlernt wirklich zur Ruhe zu kommen und uns zu entspannen. Viele Menschen halten ‘wirkliche’ Ruhe gar nicht mehr aus. Zu groß haben wir uns an all die Ablenkungen und das geschäftige Treiben gewöhnt. Die Folge ist, dass unser Yin-Aspekt ‘verkümmert’.

Schlafstörungen aus Sicht der TCM

Aus Sicht der TCM werden Schlafstörungen anders als in der westlichen Schulmedizin differenziert. Der Begriff “Insomnia” umfasst eine Reihe verschiedener Störungen:

  • Einschlafstörungen
  • Durchschlafstörungen
  • Unruhiger Schlaf
  • Frühmorgendliches Aufwachen
  • Traumgestörten Schlaf.

In meiner Praxis gehören Ein- und Durchschlafstörungen zu den häufigsten Schlafstörungen. Viele meiner PatientInnen leiden unter einer abendlichen geistigen Unruhe und Gedankenkreisen. Andere werden hingegen immer wieder zu bestimmten Uhrzeiten wach und/oder haben nur eine geringe Schlaftiefe. Aus Sicht der Chinesischen Medizin kann die Aufwachzeit einen Hinweis auf eine zu Grunde liegende Störung geben, da den verschiedenen Organen bestimmte Uhrzeiten zugeordnet werden.

Die Behandlung von Schlafstörungen nach TCM

Diagnostik bei Schlafstörungen – Ursachenforschung

Ziel einer jeden Behandlung ist es, die Ursachen herauszufinden. Nach TCM, gilt es Muster zu identifizieren, welche die Schlafstörungen auslösen.

Die Behandlung von Schlafstörungen beginnt mit einer ausführlichen Diagnostik:

  • Ausführliche Anamnese nach Gesichtspunkten der TCM.
  • Zungendiagnostik
  • Pulsdiagnostik
  • ggf. das Führen eines Schlafprotokolls

Behandlung von Schlafstörungen nach TCM

Die Diagnostik ermöglicht es dann eine entsprechende Diagnose nach TCM zu stellen, die die Basis einer individuellen Therapiestrategie ist.

Therapieverfahren, welche zum Einsatz kommen können:

Aus rechtlichen Gründen weise ich darauf hin:
Wie die meisten Naturheilverfahren wird die Traditionelle Chinesische Medizin in Ihren verschiedenen Therapieformen von der Schulmedizin nicht anerkannt. Sie gehört nicht zum allgemeinen medizinischen Standard. Wissenschaftliche Beweise seien noch nicht ausreichend erbracht worden und die Wirksamkeit ist nicht hinreichend gesichert und anerkannt. Therapieerfolg kann nicht garantiert werden.
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